… and again!

Im vorherigen Beitrag erwähnte ich beiläufig mein Lieblingsmaterial. Und mal wieder war ich zu voreilig und die Realität hatte andere Pläne. Aber von vorn…

Meine ersten Gehversuche mit PET endeten ja in einer unschönen Zerstörung meines Glas-Druckbettes. Ein Phänomen, dass ich mir bis heute nicht erklären kann und das ich damals auf das 0815-Standard-Material und meine Unerfahrenheit geschoben habe.

Dann entdeckte ich die Co-Polyester von ColorFabb für mich, die auf den Amphora-Materialien der amerikanischen Eastman Chemical basieren und extra für die Anwendung 3D-Druck (FDM) entwickelt wurden. Mir war zwar bewusst, dass es sich prinzipiell um modifiziertes PET-G handelt, aber ich hatte volles Vertrauen, dass sowohl das G hinter dem PET als auch die 3D-Druck-spezifische Ausrichtung die Glasbruch-Problematik zukünftig verhindern würden.

Nachdem ich also nGen, nGen Flex, XT und HT ausprobiert hatte, entschied ich mich für nGen als Standard-Material, da es sich relativ einfach verarbeiten ließ und eine schöne Farbauswahl mit dem von mir sehr geliebten gold metallic zu bieten hat. Glücklicherweise ist es übrigens sehr wenig „metallisch“ und geht daher in Sachen Farbanmutung eher in Richtung Bernstein, Honig und Bier… 😉
Viele Drucke kamen erfolgreich und in guter Qualität aus dem Drucker und alles war rosarot und wattewolkenfluffig – bis…

… sich eines Tages das niedliche  Schuppentier nicht von der Glasplatte trennen wollte und einen Teil der Oberfläche einfach mitnahm. Das war der zweite Druck dieses Modells (diesmal in der silber-metallic-Variante) – beim ersten (in gold-metallic) gab übrigens keine Probleme.

Also vermied ich erstmal nGen bis auf weiteres, musste aber auf HT zurückgreifen, weil ich einen iPad-Ständer gebastelt hatte, der mit etwas brachialerem Material gedruckt werden sollte (dafür ist HT übrigend auch nur bedingt geeignet – aber dazu vielleicht ein andermal mehr). Die ersten Teile kamen auch ohne Probleme aus dem Drucker – aber das letzte Teil (geometrisch vergleichbar mit einem vorher problemlos gedruckten Teil) zerbröselte förmlich das Borosilikatglas.
Unfassbare, großflächige Zerstörung.

Leider habe ich bis heute nicht den leisesten Verdacht, wodurch und unter welchen Umständen dieses Phänomen auftritt. Daher wird es erstmal keine weiteren Drucke mit Co-Polyestern auf das nackte Glasbett geben.
Als vielversprechendstes Ersatzmaterial für thermisch widerstandsfähigere und UV- bzw. witterungsbeständige Objekte scheint sich derzeit ASA anzubieten. Erste Versuche verliefen schon vielversprechend – allerdings ist die Farbauswahl noch sehr rudimentär. Aber ich ich hoffe auf Besserung…